Bärlauch- Inspiration

-Wildkräuterzeit-

Bald ist es wieder so weit. Die Wildkräuterzeit beginnt. Durch den milden Winter und die warmen Temperaturen trauen sich schon die ersten Pflanzen aus der Erde heraus. Hier in Mittel-Deutschland habe ich bei meinem ersten Erkundungsspaziergang durch den Wald schon recht viel Grün entdeckt. Überall fängt es an zu sprießen und junge Pflänzchen kommen aus der dunklen Erde.

Schau dich bei deinem nächsten Spaziergang einfach mal um, du wirst erstaunt sein, was alles schon zu neuem Leben erblüht.

Eine kleine Achtsamkeitsübung

Gehe zu einem Fleckchen Natur bei dir in der Nähe. Wenn du magst, setze dir einen Zeitrahmen für diese Übung (z.B. 30 Minuten oder eine Stunde). Das kann helfen dich komplett darauf einzulassen. Sage dir: Diese Zeit ist jetzt nur für mich. Für diesen Zeitraum bleibt alles andere außen vor, damit werde ich mich danach wieder beschäftigen. Schicke so alle Gedanken und Pläne, Ängste und Sorgen fort.

Setze dich in Bewegung. Vielleicht gibt es einen Weg, den du noch nie gegangen bist und wo du immer schon mal wissen wolltest, wohin er führt. Gehe langsam und schaue dich um. Was kannst du beobachten, hören, riechen, fühlen? Was begegnet dir? Kleine Dinge, große Dinge, Strukturen, bewegliche Dinge. Wo zieht es dich hin? Lasse dich von deiner Inspiration und von deinem Gefühl leiten. Erlaube dir zu verweilen und genauer hinzuschauen. Es gibt kein Ziel, nichts, was du erreichen musst.

Kehre wieder um, wenn die Zeit vorbei ist. Vielleicht magst du wenn du wieder zu Hause bist, eine kleine Karte deines Weges zeichnen mit den für dich markanten Punkten deines Weges. Was ist dir in Erinnerung geblieben? Was war für dich wichtig und hat deine Aufmerksamkeit auf sich gezogen? Welche Gedanken und Gefühle sind bei der Übung aufgekommen?

Es ist sehr interessant, wie unterschiedlich die Wahrnehmung sein kann. Sowohl bei sich selbst zu verschiedenen Zeitpunkten, als auch bei verschiedenen Personen, die den gleichen Weg gehen. Oft ist der Fokus auf völlig verschiedenen Dingen und vielleicht fällt dir etwas auf, was andere überhaupt nicht wahrgenommen haben- und umgekehrt.

Eine Pflanze, die du jetzt schon entdecken kannst, ist der Bärlauch (Allium ursinum). Der Bärlauch mag es gerne feucht und schattig, weswegen er viel im Wald zu finden ist. Wo Bärlauch wächst, ist der Boden fruchtbar und feucht (Anzeigerpflanze).

Charakteristisch für den Bärlauch ist der würzige Duft nach Knoblauch. So lässt sich der Bärlauch auch zweifelsfrei von allen ähnlichaussehenden Pflanzen unterscheiden. Einfach etwas an den Blättern reiben und dann daran schnuppern. Um ganz sicher zu gehen, kann das Blatt auch etwas angerissen werden. Wenn es dann nicht nach Knoblauch riecht, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine andere Pflanze. Auf dem Bild ist das aktuelle Stadium des Bärlauchs zu sehen. Noch ohne Blüte, aber schon grün und saftig.

Da Bärlauch meist in Massen vorkommt, lässt er sich gut sammeln. Die Verwendungsmöglichkeiten sind zahlreich. Die Blätter können für Kräuterbutter oder -quark, als Brotbelag oder zum würzen in der Gemüsepfanne verwendet werden. Sehr lecker ist auch ein selbstgemachtes Bärlauch-Pesto. Hier ein kleiner Zubereitungsungsvorschlag:

Rezept: Bärlauch-Pesto

Deinen selbstgesammelten Bärlauch grob klein hacken.

Sonnenblumenkerne ohne Öl in einer Pfanne anrösten und die Kerne dann vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Gehackten Bärlauch mit ausreichend Olivenöl pürieren. Dabei etwas Geduld mitbringen und das Gemisch zwischendurch umrühren. Denk dran, es soll ein Pesto werden, also ruhig noch einen Schuss Öl dazu. So ergibt sich eine schöne, homogene Masse.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die gerösteten Sonnenblumenkerne dazugeben und ebenfalls etwas mit pürieren.

Schmeckt sehr lecker auf Brot oder zu Nudeln, mit Kartoffeln oder was dir noch so einfällt.

Als Variation können auch noch Rosinen mitpüriert werden, was das Ganze etwas milder macht, oder Schafskäse.

Da ich persönlich nach Gefühl koche, gibt es keine genauen Mengenangaben. Ich lade dich dazu ein auf dein Gefühl zu vertrauen und auf deinen Geschmack. Wie sieht die Konsistenz aus, wie riecht es, wie schmeckt es? Mache deine eigene Kreation daraus, dein Essenskunstwerk. Und erlaube dir, dass es noch verbesserungswürdig sein darf.

Viel Spaß und guten Appentit.

Auch die Blüten und Samen lassen sich vielseitig verwenden. Die reifen Samen können beispielsweise getrocknet wie Pfeffer verwendet werden. Die kleinen Körner einfach in die Pfeffermühle geben oder mit dem Mörser zermahlen. Und et voilà haben wir ein neues, heimisches Gewürz.

Dem Bärlauch werden natürlich auch einige Heilwirkungen zugeschrieben. Das Lauchgewächs wirkt, ebenso wie Knoblauch, antibakteriell. Das Kraut hilft bei Magen-, Darmstörungen, senkt den Blutdruck und Cholesterinspiegel und ist allgemein blutreinigend, harntreibend, entzündungshemmend, schleimlösend und stoffwechselanregend. Also genau das richtige um den Körper nach dem Winter wieder in Schwung zu bringen, alte Schlacken und Ablagerungen zu lösen und aus dem Körper zu bringen. Oder mit Ayurveda-Termini ausgedrückt: Bärlauch reduziert Kapha und (in Maßen eingenommen) Vata und erhöht Pitta.

Es wird erzählt, dass der Name Bär-Lauch daher kommt, dass die Bären nach dem Winterschlaf als erstes Bärlauch essen, um sich nach dem langen Schlaf zu stärken und die Lebensgeister zu wecken. Eine andere Erzählung besagt, dass früher Pflanzen, die sehr kräftig und heilwirksam sind, mit dem Namen des Bären bedacht wurden, da dieser als starkes Tier besonders verehrt wurde. Andere Pflanzen sind beispielsweise Bärenklau, Bärlapp oder Bärwurz.

Also, ergreife die Chance und versorge dich mit regionalem, saisonalem und (höchstwahrscheinlich oder hoffentlich) biologischem Superfood. Beim nächsten Spaziergang einfach mal die Augen offen halten- und die Nase.

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