– Mopro Monday–
Montags ist bei uns ‚Mopro–Day‘ (Mopro = Molkereiprodukte). Auch wenn ich selber ja nicht so der Milchprodukte-Fan bin, ist es doch echt interessant zu sehen wie (einfach) manche Dinge hergestellt werden können. Zu unserem Standard-Repertoire gehören Joghurt, Quark, Mozarella und Ricotta. Etwas besondereres sind dann noch Feta oder Halloumi (der quitschige Grillkäse).

Hier auf dem Hof bietet sich das natürlich an: Wir haben jede Menge frische Milch von unseren Kühen zur Verfügung und alles, was wir selber herstellen, müssen wir nicht kaufen. Stichwort Selbstversorgung.
Für einen normalen Haushalt, der nicht gerade neben einem Bauernhof ist, wo man sich mal eben frische Milch holen kann, ist die eigene Joghurt-Herstellung natürlich nicht ganz so verlockend. Denn beim Gang in den Laden kann neben Milch auch einfach Joghurt gekauft werden.
Vorteile beim selber machen: weniger Verpackungsmüll, evt. günstiger, du weißt genau, was drinn ist UND es ist selbst gemacht.
Joghurt selber machen- so funktionierts

Vorbereitung: Bei der Arbeit mit Milch und Bakterien (aus dem Joghurt) ist es sehr wichtig besonders sauber zu arbeiten! Daher sollten alle Gegenstände, die für die Zubereitung verwendet werden vor dem Gebrauch mit kochendem Wasser (aus dem Wasserkocher) übergossen werden. Vor allem auch die Gläser, in die der Joghurt hinterher abgefüllt wird. So sorgen wir dafür, dass sich auch nur die Bakterien vermehren, die wir haben wollen.
Für stichfesten Joghurt: Die Milch unter ständigem Rühren auf 95°C erhitzen. Dann den Inhalt auf 50°C abkühlen lassen. Dafür kann der Topf z.B. in ein kaltes Wasserbad gestellt werden.
Für cremigen Joghurt: Hier wird die Milch nur auf 50°C erwärmt und anschließend auf 45°C abgekühlt.
Bei beiden Varianten: Hat die Milch die Abkühltemperatur erreicht, wird ein Esslöffel Joghurt mit einem Schneebesen gut eingerührt (so dass keine Klümpchen zurückbleiben). Nun alles zügig in die vorbereiteten Gläser füllen. Die Gläser müssen für mindestens 6 Stunden -wir lassen sie einfach immer über Nacht stehen- in einem warmen Bettchen reifen. Dafür kann beispielsweise ein Karton oder eine Kiste mit einer dicken Decke ausgelegt werden und in die Mitte wird eine heiße Wärmflasche platziert. Bei diesen Temperaturen fühlen sich die Baktierien besonders wohl und der Fermentationsprozess kommt voll in Schwung.
Rezept Joghurt
- 1 Liter frische (Bio-)Vollmilch
- 1 EL Joghurt (Bio, z.B. von Söbbeke)
Topf, Termometer, Schneebesen, Wärmflasche, Decke o.ä. zum warmhalten, heißes Wasser, leere Gläser
Falls du kein geeignetes Termometer zur Hand hast:
- Raumtermometer zweckentfremden
- vielleicht ein ungenutztes Fiebertermometer?
- Milch im Ofen erwärmen und dort die genaue Gradzahl einstellen
Am nächsten Morgen haben die Baktierien die Milch vollständig in Joghurt umgesetzt. Du kannst die Joghurtgläser nun einfach in den Kühlschrank stellen und ganz normal verwenden. Durch den Fermentationsprozess ist Joghurt sehr viel länger haltbar als Milch.
Noch ein kleiner Hinweis aus der ayurvedischen Ernährungslehre:
Milch ist dafür gedacht ein Baby (egal welcher Art) mit allen nötigen Nährstoffen zu versorgen. Daher ist sie besonders reich an vielen guten Inhaltsstoffen und gilt als stärkerndes und aufbauendes Mittel im Ayurveda. Gemeint ist damit allerdings frische, natürliche Milch von Tieren, die so naturnah wie möglich leben und sich ernähren. Die Milch im Tetrapack aus dem Kühlregal im Supermarkt hat damit quasi nichts mehr zu tun.
Trotzdem kann Milch, wenn man auf eine gute Qualität achtet, für einige Menschen ein bereicherndes Lebensmittel sein. Wichtig ist hier vor allem die Art und Weise, wie die Milch konsumiert wird. Das gleiche gilt auch für das Milchprodukt Joghurt. Milchprodukte sollten auf keinen Fall mit rohem Obst kombiniert gegessen werden. Da das für die Verdauung schlicht eine Überforderung ist (Gärungsprozesse) und damit weder die guten Stoffe aus dem Obst noch aus dem Joghurt aufgenommen werden können. Joghurt und Milch sollten als eigenständige Mahlzeit eingenommen werden zum Beispiel mit Gewürzen wie Zimt, Kardamom oder Kurkuma und leicht erwärmt. Joghurt ist besonders gut bekömmlich als Lassie, also als Joghurt-Getränk. Also mit Wasser verdünnt, Gewürzen und klassisch auch mit Mangopüree, was wohl auf Grund der Süße der Frucht gehen soll.
Im Endeffekt ist es -wie bei allen Dingen- ratsam auf seinen eigenen Körper zu achten und seine Signale zu deuten- unabhängig von allen Ernährungsangaben. Sei es die Werbung, die uns sagt Milch sei gut für die Knochen, die Veganer, die sagen Milch fördert Osteoporose und Verschlackungen oder die Ayurvedis, die Milch als Medizin betrachten- allerdings nur qualitativ hochwertige Milch und in der richtigen Kombination und Tageszeit gegessen. Jeder Körper hat seine eigene Wahrheit und es ist deine Aufgabe nach der Wahrheit deines Körpers zu leben und gleichzeitig dabei zu wissen und zu respektieren, dass jeder eine eigene Wahrheit hat.



