Für alle Menschen, die aus welchen Gründen auch immer keine Tier-Milch trinken, ist Hafermilch eine beliebte Alternative. Sie ist regional, da Hafer auch hier bei uns in Deutschland wächst (im Gegensatz zu z.B. Reis oder Mandeln), ist für die meisten Menschen gut verträglich und hat -wie ich finde- auch noch einen sehr guten Geschmack. Und noch ein Pluspunkt: Hafermilch ist super leicht selber herzustellen.
Und wie?
Der Hafermilch-Herstellungs-Prozess
Zuerst werden die Haferflocken in Wasser eingeweicht. Bei groben Haferflocken am besten über Nacht, für zarte reicht auch eine kürzere Einweichzeit.
Im nächsten Schritt wird das ganze im Standmixer oder einfach mit dem Pürierstab fein zerkleinert. Es können nach Belieben Salz oder auch ein Schuss Öl (z.B. Sonnenblumenöl) dazugegeben werden.
Das Gemisch anschließend in den Nussmilchbeutel gießen (oder deine Alternative) und irgendwo dran aufhängen. Zum Beispiel an den Griff eines Küchenschranks. Oder vielleicht hast du ja auch einfach irgendwo einen Nagel oder eine Schraube etwas rausstehen und kannst das dort ran hängen. Eine Schüssel zum Auffangen drunter stellen- et voilà.
Rezept Hafermilch
-für einen Liter-
- 100g Haferflocken
- 1 Liter Wasser
- evtl. etwas Öl
- evtl. etwas Salz
Standmixer/Pürierstab, Schüssel, Nussmilchbeutel/Geschirrtuch/Leinentuch o.ä.
Du kannst den Beutel natürlich auch einfach gut auspressen und dir damit das Aufhängen sparen. Doch mit etwas Geduld erledigt die Schwerkraft die Arbeit für dich (und wahrscheinlich sogar noch ein bisschen effizienter).
Die fertige Hafermilch kann nun in Flaschen abgefüllt werden und ist im Kühlschrank aufbewahrt auch einige Zeit haltbar.
Nicht wundern, bei der selbstgemachten Hafermilch setzt sich der Hafer mit längerem Stehen noch stärker am Boden ab als bei gekaufter Hafermilch, Deshalb: Immer gut schütteln!
Der ausgepresste Hafer kann hervorragend für den Frühstücks-Porridge weiterverwendet werden.
Warum Hafermilch?
Hier am Hof benutzen wir Hafermilch zum Backen und Kochen oder für den Tee. Denn auch wenn es hier Kuhmilch for free gibt, gibt es einige Hofbewohner, die lieber auf tierische Milch verzichten wollen. Auch ich habe mich hier noch mal neu mit dem Thema beschäftigt. Vor dem Hof habe ich mich bereits einige Jahre ohne tierische Produkte ernährt, wollte zu Beginn hier aber noch mal schauen, ob das für mich überhaupt noch aktuell ist oder ich nur noch aus Gewohnheit heraus handle.
Also habe ich mir die Kühe und den Kuhstall angeschaut, zugehört, was die Landwirte vom Melken und Umgang mit den Kühen erzählen, auf meinen Körper geachtet, wenn ich zum Mittag mal etwas mit Milchprodukten gegessen habe und mich allgemein etwas mit Themen wie Tierhaltung und Landwirtschaft auseinandergesetzt.
Meine Beobachtungen haben ergeben, dass ich mich körperlich meist leichter und wohler nach dem Essen fühlen, wenn ich keine tierischen Produkte konsumiert habe. Andererseits habe ich festgestellt, dass es vom Standpunkt der Selbstversorgung an diesem Hof sinnvoll ist unsere eigenen Produkte (sprich Milch, Käse oder auch Fleisch) zu essen und es zudem beim Kochen einfacher ist, für alle das gleiche zu kochen. Der Blick in den Kuhstall hat mir allerdings auch wieder gezeigt, warum ich die Milchproduktion an sich nicht unterstützen möchte. Denn auch wenn die Tiere hier nach Bio, sogar nach demeter-Richtlinien gehalten werden, der Landwirt und seine Angestellten mit viel Liebe dabei sind und Tiere hier glaube ich im Vergleich echt ein gutes Leben haben, fühlt sich der ganze Prozess rund um das Produkt Milch für mich trotzdem nicht gut, nicht natürlich an.
Die Kälber werden kurz nach ihrer Geburt von den Müttern getrennt, damit der Trennungsschmerz nicht so schlimm ist, wie es vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt wäre. Dann verbringen die Kälber die ersten 14 Tage ihres Lebens alleine in einer kleinen Box bis sie schließlich mit zu den etwas älteren Kälbern in die Herde kommen. Im Endeffekt entsteht bei der Milchproduktion immer ein Überschuss an Tieren, denn eine Kuh muss etwa ein mal pro Jahr ein Kalb bekommen, um überhaupt Milch geben zu können. Doch natürlich können nicht alle Kälber auch behalten werden. So kommen überschüssige Tiere zum Tierhändler oder zum Schlachter. Hört sich fies an? Geht ja aber nicht anders. Sonst würde die Herde ja immer weiter wachsen. Auch die generelle Bilanz von Tierhaltung wurde mir hier noch mal vor Augen geführt: Von allen Flächen des Hofes, die für den Anbau von Nahrung genutzt werden können, werden etwa 90% für die Nahrung der Kühe genutzt! Neunzig Prozent! Nur die restlichen knapp 10% (manchmal sogar weniger) werden für Menschen-Futter genutzt.
Die Sammlung meiner Beobachtungen haben mich zu dem Ergebnis geführt weiterhin keine Miilchprodukte zu konsumieren. Natürlich probiere ich mal den Feta, den ich selbst gemacht habe oder unseren Joghurt, doch generell habe ich für mich entschieden, dass ich mich sowohl körperlich als auch ethisch, seelisch, ökologisch besser damit fühle keine tierischen Produkte zu essen. So kam es dazu, dass ich mich mit der Herstellung von Hafermilch beschäftigt habe, was inzwischen fester Bestandteil des Selbstversorger-Programms hier am Hof ist.






