Permakultur-Prinzipien Fortsetzung

5. Prinzip: Nutze erneuerbare Ressourcen und Dienstleistungen

Als erneuerbar gilt eine Ressource oder Dienstleistung, wenn sie sich in einem überschaubaren Zeitraum durch natürliche Prozesse und ohne Zuführung von nichterneuerbaren Ressourcen regeneriert. Das Symbol für dieses Prinzip ist das Pferd. Das Pferd und der Mensch haben eine lange gemeinsame Geschichte. Als Arbeitstier für Pflug und Karren, als Lastentier, als Transporttier und als treuer Wegbegleiter. Heute werden alle diese Tätigkeiten von Maschinen ausgeführt. Der Trecker pflügt das Feld und zieht den Anhänger, das Auto bringt uns von A nach B und unsere wohl treusten und immer-dabei Wegbegleiter sind unsere Smartphones. Klar sind Trecker und Co. wohl effektiver, effizienter, produktiver, doch lohnt sich das langfristig gesehen? Woraus werden Maschinen hergestellt? Wie werden sie hergestellt? Wie werden sie betrieben? Wie gewartet und repariert? Und von wem? Was passiert mit einer Maschine wenn sie endgültig ausgedient hat?

Das soll jetzt nicht heißen, dass Maschinen und Technik grundsätzlich schlecht sind- denn sie bieten auch einige Vorteile. Es möchte dazu anregen darüber nachzudenken, aus welchen Materialien die Geräte bestehen, die ich benutzen, was sie verbrauchen und was passiert, wenn sie kaputt gehen. Verstehe ich das, was ich benutze und kann es selbst reparieren, mit Materialien, die verfügbar sind? Und vor allem: Welche Alternativen gibt es? Brauche ich unbedingt einen Trecker, der meinen Pflug zieht? Oder könnte das auch ein Pferd? Oder nutze ich eine ganz andere Methode, indem ich zum Beispiel Hühner oder Schweine auf die Fläche bringe, die den Boden für mich umgraben und dabei sogar noch düngen?


6. Prinzip: Erzeuge keinen Abfall

,Die Natur kennt keinen Abfall, warum wir?‘ Abfall ist ein Output eines Systems, was nicht nutzbringend vom System weiterverwendet werden kann. Ein gutes Bild darüber gibt der Blick in den heimischen Mülleimer: Plastik, Restmüll, Papier, Bioabfall und Glas. Alles Komponenten, die in unser System kommen- durch Nahrungsmittel, Kosmetikprodukte etc. Und alles Komponenten, die oft nur einen kurzen Zweck erfüllen (oft auch komplett unnötig sind) und dann als Abfall -Output, den wir nicht mehr verwenden können in unserem System- entsorgen.

Veränderung:

Refuse-Verweigern Reduce-Reduzieren Reuse-Wiederverwenden Repair-Reparieren RecycleRecyceln

Der erste Schritt kann sein mir selbst die Frage zu stellen: Brauche ich das wirklich? Wenn wir uns diese Frage stellen und auch noch ehrlich beantworten würden, wäre schon viel getan. Stelle dir die Frage: Was brauche ich wirklich? Dieses Video auf Youtube oder den coffee to go am Bahnhof? Oder ist es vielleicht etwas ganz anderes, was mir fehlt? Und gibt es einen anderen Weg damit umzugehen? Wenn wir also zuallererst versuchen gar nicht die Dinge zu verbrauchen, die Abfall erzeugen- uns zu weigern sie zu konsumieren-, ist das großartig.

Als nächster Schritt: Wo kann ich meinen Abfall reduzieren– vielleicht nicht ganz vermeiden, aber doch wenigstens verringern. Zum Beispiel statt der Plastikzahnbürste die Bambuszahnbürste, die auch nicht komplett ohne Abfall produziert werden kann, aber doch mit einem erheblich geringeren Anteil.

Wiederverwenden. Diesen Konzept ist in der Permakultur sehr beliebt. Ganz nach dem Motto ‚Arbeite mit dem, was da ist‘, wird nutzloser Abfall auf neue oder alte Art und Weise erneut verwendet und hält so die Energie/Stoffe im eigenen Kreislauf/System. Seien es die Pappkartons oder Zeitungen, die zum Mulchen verwendet werden, Plastiktüten, die zu Müllbeuteln umfunktioniert werden oder ganz simpel alte Kleidungsstücke, die zerschnitten als Putzlappen dienen. Es kommen erstaunliche Idden dabei heraus, wenn man beginnt seinen Müll nicht mehr als Abfall sondern als Ressource zu betrachten.

Noch vor gar nicht so langer Zeit war das Reparieren von Dingen gang und gäbe und auch absolut notwendig für die meisten Menschen. Es gab noch keinen Überfluss an neuen Produkten. Ein Gegenstand wurde gekauft und dann so lange verwendet, wieder zusammengeflickt und weiterbenutzt bis es absolut nicht mehr ging. Gegenstände waren dafür gemacht lange zu halten, Menschen wussten, womit sie es zu tun haben und wie sie es reparieren können. Heute ist es meist einfacher, günstiger und weniger aufwendig etwas neues zu kaufen und das alte wegzuwerfen.

Recyceln ist recht populär inzwischen und wird auch teilweise recht gut umgesetzt (z.B. Pfandflaschen). Generell ist recyceln allerdings ein viel höherer Energieaufwand als beispielsweise wiederverwenden oder gar nicht erst kaufen. Beim Recycling werden die Materialien wieder in ihre Bestandteile aufgespalten. Warum Gläser und Glasflaschen schmelzen und erneut zu Glasbehältern formen statt die leeren Gefäße einfach wiederzuverwenden? Das Symbol für dieses Prinzip, der Regenwurm, ist einer unserer besten Recycling-Experten. Er recycelt die abgestorbenen Pflanzenteile, die ‚Abfälle‚, und produziert dabei einen wunderbar fruchtbaren Boden, der wiederum als Basis für neue Pflanzen dient.

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