Kleine Hexenküche- Tinkturen herstellen

Es ist schon alles da. Direkt vor uns, um uns herum.

Es gibt so viel, was wir nicht wissen. Von dem wir nicht mal wissen, dass wir es nicht wissen.

Es lohnt sich manchmal genauer hinzuschauen. Nachzufragen. Nachzuforschen. Auszuprobieren. Es anders zu machen?

Pflanzen sind unglaublich. Wir verwenden sie für alles mögliche. Es gibt so verschiedene Pflanzen, da ist für alles und für jeden was dabei. Ich denke jedem von uns ist klar, dass jede Pflanze eine bestimmte Wirkung hat und dementsprechend auch eingesetzt werden kann. Früher war es Gang und Gäbe Heilkräuter zu verwenden. Und auch heute noch werden spezielle Tees getrunken bei Magenbeschwerden oder Blasenentzündungen oder Salben mit Kräutern verwendet. Doch viel ist nicht mehr übrig geblieben von diesem alten Wissen. Statt die Kräuter aus unserem Garten für unsere Gesundheit zu nutzen, kaufen wir Medizin oder Globulis in der Apotheke oder Nahrungsergänzungsmittel wie Algen aus Übersee. Woran liegt das?

Es ist eine Frage von Wissen, Gewohnheit und Vertrauen. Ein Hustensaft aus der Apotheke wirkt einfach vertrauensvoller als etwas selbst zusammengebrautes. Damit haben sich Spezialisten beschäftigt, die wissen, was sie tun. Dazu kommt ein Muster von ‚dafür habe ich etwas gegeben (Geld), also ist etwas(/mehr) wert. Bei den Pflanzen aus meinem Garten kann mir niemand garantieren, dass es wirkt. Niemand sagt dir ‚hier nimm dies und dir wird es besser gehen‘. Und wenn es wirklich so einfach ist, warum machen das nicht alle?

Tja, um diese Hürde zu überwinden, hilft nur eins: Ausprobieren.

Gehe auf Entdeckungsreise und erforsche, was alles in deinen Pflanzen steckt. Und vor allem: lerne dich selbst und deinen Körper besser kennen. Denn niemand weiß besser, was du brauchst, als du selbst. Nicht einmal der Spezialist, der den Hustensaft entwickelt hat.

Ich habe mich diesen Winter vor allem mit leicht verfügbaren Küchenkräutern beschäftigt. Die Frage ist natürlich erst mal welches Kraut man braucht und dann vor allem, wie es angewendet wird. Ich habe herausgefunden, dass sich viele Wirkstoffe besonders gut in Alkohol lösen (Tinktur). Zudem bleiben sie so auch über den Winter gut erhalten. Andere Möglichkeiten sind Aufbewahrung in Öl oder Trocknen der Kräuter für Tees.

Grundrezept für Tinkturen
  • saubere Gläser mit Deckel
  • 50 g frische Kräuter oder 100g getrocknete
  • 200ml 70%iger Alkohol (z.B. Prima Sprit) für frische Kräuter
  • für getrocknete reicht 40%iger Alkohol
  • ein feines Sieb
  • dunkle Gläschen oder Fläschchen zum Aufbewahren

Das Kraut von den groben Stängeln trennen und gegebenenfalls von Schmutz reinigen. Dann die Kräuter in die Gläser geben und mit dem Alkohol aufgießen, sodass die Kräuter mindestens vollständig bedeckt sind. Gläser verschließen und für etwa 4-6 Wochen stehen lassen. Tägliches leichtes Schütteln verhindert, dass sich Schimmel bilden kann. Nach entsprechender Ziehzeit kann die Flüssigkeit durch ein Sieb gegossen und anschließend in dunkle Gläser abgefüllt werden. Besonders schön dafür sind so kleine Pipetten-Gläschen.

Eine Alternative zu alkoholischen Tinkturen ist eine Tinktur mit (Apfel)essig. Dieser löst ebenfalls einige Wirkstoffe aus den Pflanzen. Die Tinktur kann auf die gleiche Art und Weise angesetzt werden.

Wie gesagt jede Pflanze hat eine Wirkung. Jetzt gilt es nur herauszufinden, welche du jetzt grade brauchst. Ich werde eine kleine Auswahl vorstellen einfach verfügbaren Pflanzen. Es gibt aber noch weit mehr Möglichkeiten!

PflanzeWirkung
Thymianäußerlich: Akne, Pickel, rheumatische Beschwerden
innerlich:Husten, Bronchitis, Entzündungen im Mund, bei niedrigem Blutdruck, bei Blähungen, reguliert Menstruation
Rosmarinäußerlich: bei Gelenkschmerzen, wirkt belebend
innerlich: Herz-Kreislauf stärkend, bei Nervosität (Nerven stärkend), bei Krämpfen
Salbeiwirkt generell antibakteriell und antiviral
äußerlich: bei Zahnfleischproblemen, bei Halsentzündungen
innerlich: Blutreinigend, Schleim abführend (Atemwege, Magen), entzündungshemmend
Chiliäußerlich: Verspannungen, Muskelkater, Durchbutungsfördernd
innerlich: regt Verdauung an, bei Blähungen, Appetitlosigkeit
LavendelSchlaflosigkeit, Unruhezustände, leichte depressive Verstimmung, nervösen Magen und Darmbeschwerden, Spannungskopfschmerzen (einmassieren auf Schläfen oder / und Nacken), Halsschmerzen, Rheuma (einreiben der Gelenke)
KastanieKrampfadern, Venenerkrankungen, Hämorrhoiden, Rheuma, Magenkrämpfe

Für die innere Anwendung kann die Tinktur einfach in ein Glas Wasser getreufelt werden. Für eine äußere Anwendung eignen sich Umschläge, Einreiben oder Vermischen mit einem Öl (z.B. Mandel, Sesam, Kokos).

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