Rund um die Brennnessel

Die Brennnessel hält Garten und Gärtner gesund.

Dieses Zitat habe ich so oder ähnlich schon in einigen Gartenbüchern gelesen. Und das zu Recht. Im Garten können Produkte aus Brennnessel als ökologischer Dünger oder zur Verminderung von Schädlingen genutzt werden. Doch nicht nur den Pflanzen tun die Inhaltsstoffe der Brennnessel gut, auch der Mensch kann davon vielfältig profitieren.

Urtica dioica – die Große Brennnessel

Finden lässt sich die Brennnessel an nährstoffreichen Standorten, an Waldrändern und in Auenwäldern. Als Stickstoffanzeiger wächst sie in großen Mengen an viel gedüngten Ackerrändern oder an Weidenrändern. So lässt sie sich auch relativ mühelos im eigenen Garten ansiedeln. Brennnesseln sind fast das ganze Jahr über zu finden. Ab März trauen sich die ersten neuen Triebe heraus und die letzten Pflanzen des Jahres kann man oft noch bis in den November hinein finden.

Warum die Brennnessel so toll ist

Zahlreiche nützliche Inhaltsstoffe machen die Brennnessel so wertvoll für alle Lebewesen. Da wären unter anderem: Magnesium und Eisen, Kalium und Silicium, Eiweiße und Vitamin A, C und E. Die spezielle Kombination der Inhaltsstoffe macht die Brennnessel zu einem sehr heilwirksamen Mittel bei rheumatischen Beschwerden, Verdauungsleiden oder Gallenerkrankungen. Zudem ist die leicht harntreibende Wirkung positiv bei Nierenbeschwerden. Brennnesselzubereitungen werden seit je her erfolgreich für Entgiftungskuren eingesetzt, da sie generell blutreinigend und entgiftend wirken.

Gegessen werden können die Blätter, die Samen und die jungen Blütenknospen. Von Aufläufen über Teigtaschen, Gemüsegerichte oder Tee lassen sich diverse Gerichte mit dieser wundersamen Pflanze zubereiten.

Doch halt– wie wir alle wissen, trägt die Brennnessel ihren Namen nicht umsonst. Das zufällige oder -auch absichtliche- Berühren der Pflanze führt zu einem ziemlich unangenehmen brennenden Gefühl auf der Haut. Das liegt an der Ameinsensäure, die die Pflanze zum Zwecke der Verteidigung in ihren sogenannten Brennhaaren gelagert hat. Diese Brennhaare befinden sich vor allem auf der Oberseite der Blätter. Berührt irgendetwas die Brennhaare, bricht das Köpfchen ab. Die nebenstehende Zeichnung zeigt ein Brennhaar mit noch vorhandenem Köpfchen. Die scharfkantige Abbruchstelle ist wie eine Injektionsnadel und bringt die Ameisensäure so unter die Haut des Störenfrieds.

Entspannt Brennnesseln ernten

Die einfachste Methode beim Ernten sind Handschuhe- je dicker desto sicherer ;). Wer spontan beim Spaziergang keine dabei hat, kann sich zum Beispiel auch die Ärmel der Jacke über die Hände ziehen. Für die ganz unerschrockenen unter euch: Es ist auch möglich die Brennnessel mit bloßen Händen zu ernten und mit wenigen bis gar keinen Stichen davon zukommen. Hier ist die richtige Technik, eine ruhige Hand -und wohl auch etwas Glück gefragt. Wie schon erwähnt, sitzen die Brennhaare hauptsächlich auf der Blattoberseite. Der Trick ist also diese nicht zu berühren und die Pflanze vorsichtig am Stängel abzubrechen. Die Pflanze kann von unten nach oben mit den Händen umfasst werden.

Soll die Brennnessel roh verzehrt werden (vielleicht in einem leckeren Salat), so können die Brennhaare unwirksam gemacht werden, indem sie ‚ausgelöst‘ werden. Dafür müssen alle Haare abgebrochen werden. Das kann auf vielerlei Arten geschehen: Zwischen den behandschuhten Händen reiben, mit dem Nudelholz rüberrollen oder die Pflanzen in ein Geschirrtuch gewickelt auswringen. Wenn du die Brennnessel sowieso kochen möchtest, kannst du dir diesen Schritt sparen. Beim kochen, anbraten etc. werden ebenfalls die Brennhaare zerstört.

Also- gar nicht so schwer das Ganze! Und bestimmt kein Grund diese tolle Pflanze nicht zu nutzen.

Am besten zum Ernten eignen sich die oberen, jungen Triebspitzen. Diese sind am zartesten und haben noch den besten Geschmack. Beim Pflücken dran denken: Die Pflanzenmasse wird beim kochen erheblich zusammenschrumpfen- also lieber etwas mehr einpacken.

Rezept: Brennnessel Spinat

Bratöl in einer Pfanne erhitzen, gehackten Knoblauch leicht anrösten, dann klein gehackte Brennnesseln und Sonnenblumenkerne dazu geben. Eventuell einen Schuss Wasser dazugeben und alles etwas köcheln lassen. Mit Sojasauce (oder Salz) und Pfeffer abschmecken. Und schon ist der Spinat fertig.

Dazu passen zum Beispiel Kartoffeln oder alles andere, was du sonst mit Spinat kombinieren würdest.


  • 2 handvoll Brennnesseln
  • eine handvoll Sonnenblumenkerne
  • etwas Bratöl
  • Salz/Sojasauce
  • Pfeffer
  • evtl. Knoblauch

Super lässt sich der Brennnessel-Spinat auch in einem Auflauf verarbeiten. Brennnessel-Kartoffel-Auflauf wahlweise mit Feta hat sich als sehr lecker herausgestellt.

Die Samen, die ab Juli/August zu finden sind, können als eiweißreicher Snack für zwischendurch dienen oder angeröstet als letzter Schliff über den Salat gestreut werden.

Also nutz die Chance und gönne deinem Körper eine frische Ladung Naturmedizin.

2 Kommentare zu „Rund um die Brennnessel

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