Let’s not forget the Permakultur-Prinzipien

Bei jedem Design, welches ein Permakultur-Designer erstellt, verwendet er oder sie ein Prinzipien-Set, wie die 12 Permakultur-Prinzipien nach Holmgren, die ich euch hier nach und nach vorstelle. Ein anderes Set wären zum Beispiel die Ökosystemkriterien. Dieses Abgleichen soll dazu beitragen ein möglichst NATÜRLICHES System zu erschaffen. NATÜRLICH ganz im Sinne des Wortes- also der Natur nachempfunden/ genauso wie die Natur es machen würde.

7. Prinzip: Gestalte vom Muster zum Detail

Es ist total spannend, was man alles erfahren kann, wenn man sich mal mit dem Thema Muster beschäftigt. Es gibt so viele verschiedene Muster, die entdeckt werden können, in allen möglichen Bereichen. Muster in der Landschaft, das Muster wie ein Baum wächst, das Muster wie sich eine Gruppe von Menschen zu einem Team entwickelt, Gedankenmuster, das Muster des Jahresverlaufs… Doch wenn man ganz genau hinschaut, wird offenbar, dass es in der Natur nur einige wenige Grundmuster gibt. Aus diesen Mustern ist die Welt aufgebaut, so könnte man sagen. Und jedes Muster hat eine bestimmte Funktion, hat Eigenschaften. So gibt es das Muster der Spirale, ein Wachstumsmuster, oder das Wabenmuster für Stabilität und Effizienz.

Das zugrunde liegende Muster zu kennen ist eine große Hilfe um verstehen zu können. Du brauchst nicht jedes Detail, jeden Prozess in deinem System zu verstehen -das ist auch ziemlich unmöglich- doch den Überblick zu haben und das große Ganze verstanden zu haben, ist enorm hilfreich. Genauso ist es auch beim Planen und Gestalten. Finde zuerst dein Muster –was willst du eigentlich erschaffen?-, bevor du überlegst wie breit der Reihenabstand zwischen deinen Möhren sein soll.

In der Permakultur wird zu diesem Zeitpunkt immer sehr gerne von Qualitäten und Produkten gesprochen. Überlege dir zuerst, welche Qualitäten du haben möchtest. Hilfreich ist es dafür auch seine Bedürfnisse zu analysieren. Meistens läuft es bei uns eher anders herum. Wir haben schon ein paar Ideen, die wir umsetzten wollen. Wenn wir beim Gartenbeispiel bleiben, könnte das z.B. ein Hochbeet oder ein Zaun sein. Das sind Produkte. Aber sind das auch die Produkte von deinen Bedürfnissen, deinen Qualitäten? Wenn dein Bedürfnis eine Abgrenzung zum Nachbargrundstück ist, könnte das Produkt ja genauso gut eine Hecke sein oder ein Rankgitter. Die Permakultur-Art zu planen fragt erst ‚Was will ich‘ und dann erst ‚Wie mache ich das‚. Diese Art zu denken hilft den Wald trotz vieler Bäume zu sehen. Es hilft sich nicht in Kleinigkeiten zu verfransen und dabei das große Ganze, das worum es eigentlich geht, zu verlieren. Also Vom Muster zum Detail. Von Qualitäten zu Produkten. Vom groben ‚Schlachtplan‘ zu den Einzelheiten.


8. Prinzip: Integriere statt abzugrenzen

Hast du schon einmal festgestellt, was für ein großer Kraftaufwand es ist, vehement gegen etwas zu sein und es komplett von dir fernzuhalten? Du ärgerst dich jedes Mal wenn es nicht klappt und hast andauernd Sorge, dass es bald wieder auftaucht. Du denkst dir immer wieder neue Kniffe und Methoden aus, um dieses etwas von dir fernzuhalten. Beim Gartenbeispiel könnten das die Wühlmäuse sein, die deine Pflanzen anknabbern. Ein anderes klassisches Beispiel bietet die konventionelle Landwirschaft. Alle Pflanzen bis auf die gewünschte Nutzpflanze werden ausgegrenzt und die meisten Tiere ebenfalls. Was das für Auswirkungen und Konsequenzen hat, muss ich euch ja nicht mehr erklären. Ein so bewirtschafteter Acker ist pure Abgrenzung.

Falls du es -wie ich zuerst- nicht erkennst: Das sind Menschen im Kreis, die sich an den Händen halten.

Dieses Prinzip lädt dich jetzt dazu ein dich zu öffnen, dein System zu öffnen und einzuladen, anstatt eine Mauer um dich herum zu bauen und alles auszusperren. Weg von ‚Das will ich nicht‚ hin zu ‚Warum ist es hier? Was ist die Funktion davon?‚.

Die Wühlmäuse zum Beispiel durchlockern und durchlüften den Boden. Jetzt kann ich mir überlegen, ob ich das vielleicht auch anders hinkriege, wodurch die Mäuse wahrscheinlich mit der Zeit von alleine verschwinden würden. Oder ich lade noch mehr ‚Elemente‘ in mein System ein. Zum Beispiel den Mäusebussard. Hier im Permakultur-Garten haben wir Ansitzstangen für Greifvögel aufgestellt, damit diese sich hier wohlfühlen und sich um die Mäusepopulation kümmern.

Und mal so für den Perspektivwechsel: Vielleicht leben die Mäuse ja schon viel länger auf diesem Stück Land als du. Und nur weil du jetzt auf einmal Gemüse auf ihrem Dach anbaust, hast du das Recht sie zu vergiften und ihre Behausungen zu zerstören?

Gerade auch im sozialen Bereich ist das ein sehr bereicherndes Prinzip. Oder für unseren Geist? Ungewohnte Ideen, fremde Weltbilder oder andere Gedanken zu einem Thema, andere Meinungen.

Erlaube kommen und gehen. Arbeite damit, statt dagegen. Sei offen.

2 Kommentare zu „Let’s not forget the Permakultur-Prinzipien

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