Käse nach FETA-Art

In diesem Blogeintrag möchte ich gerne mit euch teilen, wie easy es ist einen (Kuhmilch)Feta selber zu machen.

Also los gehts:

Es ist Mopro-Monday, 17:40h. Ich schnappe mir eine Schubkarre und die große Milchkanne (20l) und mache mich auf den Weg zum Kuhstall. Es ist schon stockfinster und ziemlich kalt. Doch ich freue mich über die Bewegung an der frischen Luft (denn nein, davon kann ich nie genug bekommen :)). Der Marsch den Berg hinauf macht schön warm. Oben angekommen treffe ich unsere Auszubildene vorm Stall, die mir erzählt, dass sie just angefangen haben mit dem Melken, ich also noch ein paar Minütchen warten muss, weil der Tank noch leer ist. Also kraule ich ein paar Kälbchen und lasse mir die Finger abnuckeln. Nach gefühlten paar Minütchen versuche ich mein Glück und tadaa: Milch ist da. Ich mache die Kanne voll und begebe mich auf den Rückweg, zum Glück bergab. Ich höre die Kirchenglocken schlagen – sechs Uhr = Mopro-time. Zurück beim Hof sehe ich durchs Küchenfenster die anderen beiden schon rumhantieren. Töpfe werden rausgeholt und der Wasserkocher läuft schon….

…Denn…

…bevor ich beginne, ist es wichtig alle Geräte mit kochendem Wasser abzuspülen. Hygiene und so.

Jetzt kann es los gehen.

Dieses Rezept ist auf 10 Liter Milch ausgelegt -Hofmengen eben. Natürlich können die Mengen auch reduziert werden auf z.B. erst einmal 1-2 Liter zum ausprobieren.


Rezept ‚Nach FETA-Art‘
  • 10l Milch
  • 360ml Zitronensaft
  • Salzlake (Rezept siehe weiter unten)
  • Olivenöl
  • evtl. Kräuter

Thermometer, Sieb&Tuch, Schneebesen


Die Milch in einen Topf geben und unter rühren auf 95°C erhitzen. Das Rühren ist wichtig damit die Milch unten nicht ansetzt oder anbrennt. Für das Messen gibt es extra Lebensmitteltermometer. Wer nichts passendes zur Hand hat, kann versuchen es nach Gefühl zu machen. 95°C sind 5°C bevor es kocht. Das heißt man könnte es auch erhitzen bis es anffängt zu blubbern und dann noch kurze Zeit wieder abkühlen lassen bis es -ungefähr- bei 95°C angekommen ist.

Nun werden 360ml Zitronensaft nach und nach in die Milch gegossen. Dabei wird mit einem Schneebesen gerührt. Laut unserer Anleitung soll der Zitronensaft halbmondförmig eingegossen werden und dabei kreisend von unten nach oben gerührt werden. Ob das wirklich einen signifikanten Unterschied macht, konnte ich noch nicht feststellen. Was aber tatsächlich passieren sollte, ist ein Ausflocken der Milch.

Anschließend wird das Gemisch in ein Käsetuch (ein Mulltuch, Nussmilchbeutel o.ä.) gegeben. Wir fangen die Molke (also das, was aus dem Tuch tropft) immer auf. Die Schweine freuen sich riesig darüber. Aber auch der Kompost freut sich. Falls du nicht so eine tolle Konstruktion, wie wir hast, kannst du dein Mulltuch auch einfach in ein Sieb legen. Der Käse sollte jetzt für einige Zeit abtropfen können (ca. 15-30min). Wichtig zu wissen ist, dass der Käse jetzt die Form annimmt, in der er liegt. Etwas schneller geht es, wenn der Käse zusätzlich noch ausgepresst wird, indem etwas schweres oben drauf gestellt wird.

Kleiner Molke Exkurs

Molke ist das, was bei der Käseherstelleung als Nebenprodukt anfällt. Sie besteht zum größten Teil aus Wasser und enthält viele wasserlösliche Vitamine, Eiweiß, Mineralstoffe und sehr wenig Fett. Sie wird vielfältig verwendet: Wellness- und Fitnessshakes, Kosmetik, Schweinezucht und generell vielfältig in der Industrie. Wer kennt es nicht wenn auf der Zutatenliste steht: Molkereierzeugnisse, Molkenpulver etc.


Rezept Salzlake (2 Liter)
  • 250ml Essig (z.B. Weisßweinessig) ODER 1TL Zitronensäure
  • 1TL Calcium Chlorid
  • 2-4EL Salz

Alles zusammengeben und mit Wasser bis 2l auffüllen. Salzlakeüberschuss kann auch in eine Flasche abgefüllt, leicht kühl, gelagert werden


Wenn dein Käse die von dir gewünschte Konsistenz hat, kannst ihn aus dem Tuch holen und in Würfel schneiden. Schon in diesem Stadium kann der Käse gegessen werden. Noch mehr Feta-like wird er allerdings, wenn er noch für einige Tage in Salzlake eingelegt wird. Dafür einfach in eine Schüssel o.ä. füllen und mit Lake bedecken. Gelagert wird der Käse abgedeckt an einem leicht kühlen Ort (Flur, Keller etc.). Nach 2-4 Tagen kann der Feta aus der Salzlake geholte werden und entweder sofort gegessen oder in einem Glas mit Olivenöl aufgefüllt aufbewahrt werden. Besonders lecker ist es, wenn du noch einige Kräuter mit ins Öl gibst, wie Rosmarin oder Oregano.

Hier wird der Feta gerne für Pizza oder als Brotbelag gegessen. Das restliche Olivenöl, was nicht auf dem Brot landet, verwenden wir weiter zum Backen oder Kochen.

2 Kommentare zu „Käse nach FETA-Art

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